Siegenthalers Differenzialdiagnose – Innere Krankheiten – Vom Symptom zur Diagnose

Datum: 27.12.2012

Autor: Edouard Battegay (Herausgeber)

Rezensent:  Gerhard Danzer

 

 

Edouard Battegay (Herausgeber): Siegenthalers Differenzialdiagnose – Innere Krankheiten – Vom Symptom zur Diagnose. Thieme-Verlag Stuttgart 2012, 1167 Seiten.
Dieses gewichtige Lehrbuch der Medizin blickt auf eine inzwischen 60-jährige Geschichte mit insgesamt zwanzig Auflagen zurück. 1952 erschien die erste Auflage der Differenzialdiagnose, die vom damaligen Zürcher Professor Robert Hegglin herausgegeben wurde. Nach zwanzig Jahren ging die Herausgeberschaft des Buches auf den Nachfolger Hegglins in Zürich, auf den Internisten Professor Walter Siegenthaler über. Nachdem dieser 2010 verstorben ist, übernahm der jetzige Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin am Universitätsspital Zürich, Professor Edouard Battegay, die ehrenvolle und delikate Aufgabe, dieses Standardlehrbuch der Inneren Medizin als Herausgeber weiterzuführen.

Generationen von Ärzten haben frühere Auflagen des „Hegglin-Siegenthaler“ bereits in ihrem Medizinstudium kennengelernt und sind mit ihm während ihres ärztlichen Alltags vertraut geworden. Das Formulieren von Verdachts-Diagnosen und Arbeitshypothesen bei Patienten sowie die differenzialdiagnostische Ab- und Erwägung eines Krankheitsbildes gehört zu den wesentlichen und zentralen Aufgaben eines Arztes. Solcherlei zu erlernen ist essentiell, um im konkreten medizinischen Einzelfall bestehen zu können.

Exakt jene Fähigkeiten vermittelten die bisherigen Auflagen des Hegglin-Siegenthaler auf faszinierende Weise. Angesichts dieser überaus imponierenden Historie des Lehrbuches gelingt es Battegay überraschend gut, die Differenzialdiagnose unter Beibehaltung ihrer Jahrzehnte alten Qualitäten sowohl inhaltlich wie auch formal im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen. Neben der bisherigen bibliophilen Ausstattung mit reichhaltigem Bildmaterial werden beispielsweise erfolgreich Brücken in die digitalisierte Welt des Internets geschlagen.

So steht zu vermuten, dass man in einigen Jahren unter Ärzten und Medizinstudenten im Hinblick auf dieses Differenzialdiagnose-Lehrbuch als von „dem Battegay“ sprechen wird, so wie frühere Generationen von Medizinstudenten kurz und bündig vom „Hegglin“ oder vom „Siegenthaler“ schwärmten, selbst wenn sie unter der Fülle des Stoffes nicht selten stöhnten und sogar fluchten.